Inhale. Exhale. Repeat. Yoga und Atmen

 

Im Yoga wirst du oft aufgefordert, tief und bewusst zu atmen. Sätze wie „Werde dir deiner Atmung bewusst“, hören sich zwar erstmal genauso schwammig an, wie „Fühl in dich hinein!“ oder „Hör auf dein Herz!“. Doch eigentlich ist es ganz einfach, bewusst zu atmen. Alles was du dafür tun musst, ist dich ganz genau auf deine Ein- und deine Ausatemphase zu konzentrieren. Langweilig? Fand ich zu Beginn auch. Doch wenn du den Sinn und die Wirkung bewusster Atmung kennst, wird es sehr interessant und spannend!

Die Vorteile bewusster Atmung

Im Grunde funktionieren wir natürlich auch, wenn wir mit unserer flachen Alltagsatmung weitermachen – hat ja bisher schließlich auch geklappt. Eine tiefe Atmung - und dabei geht es vor allem um das Atmen in den Bauch - hat aber jede Menge Vorteile.

Atmung – Gedanken – Körperspannung – alles hängt zusammen

Um die Atmung zu vertiefen, musst du sie dir zunächst bewusst machen. Du ziehst also deine Gedanken von dem üblichen stream of consciousness (dem ewigen inneren Monolog) ab. Dies gelingt besonders gut, wenn du deinen Körper beobachtest, wie er sich beim Einatmen bewegt. Und wie er sich beim Ausatmen bewegt.

Stressreduktion, Beruhigung und Entspannung

Jeder von uns macht das bereits in besonders heiklen, aufregenden oder verantwortungsvollen Momenten: vor dem ersten Date, vor dem Bewerbungsgespräch oder bevor wir uns an eine wichtige Aufgabe machen: einmal tief durchatmen! Und schon ist man etwas sortierter, klarer im Kopf, nicht mehr so aufgeregt. Bewusst tief atmen senkt die Produktion von Stresshormonen – und das bereits bei einem Mal. Zwar nur ein wenig und für einen kurzen Moment – aber doch so, dass wir uns spürbar entspannter und ruhiger fühlen.

Und wenn bereits einmal tief durchatmen so eine wunderbare Wirkung hat, was bewirkt dann erst die regelmäßige bewusste Atmung?

Auch Muskelverspannungen lassen sich mit bewusster Atmung lösen. Noch nie gemacht? Dann lenke mal beim Atmen den Fokus auf den entsprechenden Körperbereich! Du aktivierst so die tiefliegenden Muskelschichten an dieser Stelle und sorgst dafür, dass sich diese Schritt für Schritt wieder lockern. Das ist vor allem bei Rückenschmerzen und Menstruationsbeschwerden enorm wirkungsvoll!

Besserer Schlaf

Da Atemübungen einen positiven Effekt auf unser allgemeines Stresslevel haben, wirken sie sich auch günstig auf unseren Schlaf aus. Wer tief atmet, schläft besser – und oft auch schneller ein.

Abtransport von Säuren

Was die meisten Menschen nicht wissen: Unsere Atmung hat einen erheblichen Einfluss auf unseren Säure-Basen-Haushalt. Etwa 70% der Abfallstoffe in unserem Körper werden über das CO2 in unserer Ausatemluft abgegeben. Je tiefer wird atmen und je länger wir vor allem ausatmen, desto mehr unterstützen wir den Abtransport von Säuren. Solltest du also oft mit Übersäuerung deines Körpers zu tun haben (was sich meist in Müdigkeit und Abgeschlagenheit, aber auch in Schmerzen und Verspannungen äußert), kannst du dir mit den Atemübungen aus dem Yoga gut selbst helfen.

Nahrung für die Zellen

Der Sauerstoff, den wir mit der Einatmung aufnehmen, versorgt alle (!) unsere Zellen mit Energie. Die Zellen in den Muskeln, die Zellen in der Haut, die in den Sinnes- und Verdauungsorganen sowie die Zellen im Gehirn. 

Atmen ist also eine Art gasförmige Nahrung. Und zwar die wichtigste. Denn ohne feste Nahrung kommen wir rund 30 Tage aus, ohne flüssigeNahrung knapp 3 Tage – aber ohne Atmen nur wenige Minuten. Atmen nährt unseren Körper – ganz ohne Kalorien! Tief atmen macht wach, frisch und trägt dazu bei, dass du geistig und körperlich langsamer alterst. Jetzt weißt du auch, warum Yogis oft wesentlich jünger aussehen, als sie sind ;-) Vielleicht ein guter Grund gleich mal (wieder) eine Yogastunde zu besuchen?

Höheres Selbst- und Körperbewusstsein

Was die bewusste Atmung auch bewirkt: ein höheres Selbst-Bewusstsein. Nicht im herkömmlichen Sinne des Wortes, das man oft für Selbst-Sicherheit verwendet, sondern im eigentlichen Sinn: sich seiner selbst bewusst sein. Seines Körpers, der Energie, die darin fließt und die sich – unter anderem über den Atem – mit anderen Lebewesen austauscht. So bist du über das Einatmen im wahrsten Sinne des Wortes inspiriert von deiner Umwelt, der Natur und deinen Mitmenschen.

Probiers mal aus! Und schreibe uns gerne, wann du diese ganz einfache Methode anwendest und was es bei dir bewirkt. Wir freuen uns, von deinen Erfahrungen zu lesen!

Daniela Jahreiß

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